Wasserhaushalt

Die Größe der  Bodenaggregate im Saatbett bestimmt den Grad der Wasserverdunstung. Bei einer Aggregatgröße von etwa 2 mm ist die Verdunstung auf ein Mindestmaß beschränkt. Auch auf der Oberfläche gelagertes Stroh senkt den Wasserverlust, da es die Sonnenstrahlen reflektiert und so verhindert, dass die Oberfläche sich aufheizt. 

Bleibt nach der Aussaat Niederschlag aus, hängt die Keimung allein von der Bodenfeuchtigkeit im Saatbett ab. Daher ist für einen guten Saataufgang ein guter Wasserhaushalt wichtig.

Die Sonne heizt den Boden auf

Die Sonnenenergie erwärmt das Wasser im Saatbett und unterhalb des Ablagehorizonts. Dabei nehmen einige Wassermoleküle genügend Energie auf, so dass sie verdampfen und das Saatbett verlassen. 

Know How channel

Dies lässt sich oft mit bloßem Auge beobachten wenn die Sonne auf feuchte Erde scheint.  Im Prinzip handelt es sich dabei um das gleiche Phänomen wie bei einer mit Wasser gefüllten Pfanne auf der Herdplatte. 

Schluff lässt Wasser leicht verdunsten

Die Wasserverdunstung durch die Bodenoberfläche nach der Aussaat ist abhängig von der Größe der Bodenaggregate im Saatbett.Evaporation of water from the soil surface after sowing is mainly controlled by the size of the aggregates in the seedbed.

Know How channel
QUELLE: Heinonen, R. 1985. Soil management and crop water supply. Fakultät für Bodenwissenschaft, Swedish University of Agricultural Sciences, Uppsala. GRAFIK 26. Seite 71

Die Abbildung zeigt den Zusammenhang zwischen Wasserverdunstung und Bodenpartikel-/Aggregatdurchmesser. Bei einer Partikelgröße von 0,005-0,02 mm erreicht die Verdunstung ein erstes Maximum. Diese Größe entspricht in etwa der Partikelgröße von Schluff. Hier findet Kapillartransport vom Saatbett zur Oberfläche statt. Dieser Kapillartransport muss unbedingt unterbrochen werden.

Große Kluten sorgen für Durchmischung

Die Verdunstung erreicht ein zweites Maximum wenn die Aggregatgröße 50 mm übersteigt, was oft in Böden mit einem hohen Tongehalt der Fall ist. Finden sich solche gröberen Aggregate im Saatbett, kommt es zu Luftturbulenzen und das Saatbett trocknet aus. Zwischen diesen Spitzenwerten gibt es noch die minimale Verdunstung - und zwar bei Aggregaten mit einem Durchmesser von zirka 2 mm. Diese Aggregate sind für den Kapillartransport nicht klein genug aber nicht groß genug für die Erzeugung von Luftturbulenzen. Aggregate in dieser Größenordnung im Saatbett bilden sozusagen einen Deckel, der die Wasserverdunstung auf ein Minimum reduziert. 

Know How channel
Winterweizen, 3 Wochen nach der Aussaat
A: Kluten < 2 mm - 95% aufgelaufen
B: Kluten 2-5 mm - 60% aufgelaufen
C: Kluten > 5 mm - 35% aufgelaufen

Dies lässt sich im Experiment demonstrieren. Mit anderen Worten: in unbedeckten Böden hängt die Wasserverdunstung von der Größe der Bodenaggregate ab.

Stroh reflektiert die Sonnenstrahlen

Dies lässt sich im Experiment demonstrieren. Mit anderen Worten: in unbedeckten Böden hängt die Wasserverdunstung von der Größe der Bodenaggregate ab:

  •  Seine helle Farbe reflektiert die Sonnenstrahlen während die dunkle Erde sie absorbiert.
  •  Außerdem kann das Stroh den Kapillartransport unterbrechen. 

Beides zusammen bedeutet, dass sich die Oberfläche im Frühjahr nicht allzu sehr aufheizt und dass sich die Wasserverdunstung in Grenzen hält.

Mulchsaat ist in diesem Zusammenhang ein gutes Verfahren. Bessere Wasserrückhaltung und besserer Erosionsschutz sind die Gründe warum die Mulchsaat in Trockenregionen wie den Prairien der USA und Kanada das vorherrschende Verfahren ist.