80er

Skandinaviens erfolgreichster Grubber

Andreas next to cultivator
Der allererste NZ-Grubber, der 1982 auf den Markt kam, wird den Besuchern von Andreas Stark, rechts im Bild, vorgeführt. 

Crister Stark hatte eine klare Vorstellung davon, wie der Grubber aussehen sollte und 1982 kam der NZ-Grubber heraus. Das neue Produkt erwies sich als Skandinaviens erfolgreichster Grubber aller Zeiten. Er war starr, mit einem voll verschweißten Rahmen, neu entwickelten Zinken und Rollenbockgestell. Das Design wurde patentiert.

Cultivator in the 80s

Dennoch gab es Zweifel. Ein Grubber mit festen Achsen „könnte Schwierigkeiten haben, Landwirte zu interessieren“, dachten die Skeptiker.

Besonders geformte Zinken würden dem Grubber ein anspruchsvolles Aussehen verleihen. Crister gab nie auf, an das Produkt zu glauben und sagte zu sich wundernden Landwirten: „Jetzt können Sie jederzeit mit dem richtigen Zinkenwinkel arbeiten“.

NZ steht für Neuseeland

Eines Freitag Abends, Ende 1981, rief George Clough aus Neuseeland an. Er hatte Väderstad-Produkte in Deutschland gesehen und wollte mit den Väderstad-Verken arbeiten. Clough war ein Pflug-Hersteller in Neuseeland und wollte seine Produktpalette erweitern. Er landete in Arlanda, mietete einen Wagen und fuhr nach Väderstad. Er blieb übers Wochenende. Die laufenden Grubber-Entwicklungen entsprachen genau seinen Bedürfnissen und es wurde ein vorläufiger Kontakt vereinbart. George Clough bekam die Genehmigung, die Grubber vor Ort für den neuseeländischen Markt herzustellen.

Ab diesem Wochenende wurde Väderstads neue Grubber-Baureihe NZ –Baureihe (NZ=> New Zealand) genannt, ein heute wohl bekanntes Konzept für Tausende von Landwirten. Später begann die Firma Norwood Väderstad-Maschinen zu importieren.

The entire company gathered 1983
Die ganze Firmenbelegschaft 1983

Die nächste Herausforderung - die Sowjetunion

Ab der ersten NZ-Baureihe wurde eine Anzahl von Maschinen an ein Ölsaat-Aufzuchtprojekt geliefert, das von Weibulls in der Sowjetunion geleitet wurde. Vielleicht wagemutig?

Die Russen kauften eine Lizenz, um ihre eigenen NZ-Grubber herzustellen. Väderstad bekam eine anständige Bezahlung, verkaufte Teile in noch nie da gewesener Anzahl und die Russen bauten mindestens 10.000 Grubber. Noch heute werden diese aus den 1980er Jahren stammenden Grubber von Väderstad z.B. in den Baltischen Ländern, Russland, Weissrusland und der Ukraine verwendet.

Lars Åkerman and Christina in Moscow
Lars Åkerman und Christina vor einem Lebensmittelgeschäft in Moskau. Es gab dort eine ärmliche Auswahl an Lebensmitteln, vor allem Konserven.

„1982 besuchten wir die Sowjetunion, nicht ohne eine gewisse Beklommenheit, das erste Mal“, erinnert sich Cristina Stark. „Wir“ schloss zu dieser Zeit Crister Stark mit ein. Der Kontakt mit der Sowjetunion wurde von dem Landwitschaftsattaché Vladimir Sheremetev, in Stockholm hergestellt.

Das Rollex-Konzept war geboren

Family at the roller
Die Familie 1987 von links Christina, Crister, Rune, Siw, Andreas und Bo.

Die Idee für das neue Rollex Konzept wurde 1980 während einer Reise durch Dänemark geboren. Ein einfacher Prototyp wurde einige Jahre später gebaut. Tests zeigten, dass es möglich war Ringwalzen zu bauen, die kosteneffektiver sind als es bei der vertikal klappbaren HV-Walzen-Baureihe möglich war. Der Prototyp wurde sorgfältig versteckt, um eine zukünftige Patentanmeldung und eine mögliche Produktion zu ermöglichen. Kalkulationen zeigten, dass eine Kosteneinsparung von ungefähr 20 Prozent mit dem gleichen -oder verbesserten-  Kundenaufkommen verglichen mit den früheren HV-Ringwalzen, möglich war.

Die neue Bauweise hat einen vorteilhaft niedrigen Schwerpunkt. Dies war ein großer Vorteil für uns, was wichtig war in Zeiten eines steigenden Wettbewerbs. Immer mehr Ringwalzenfabrikanten hatten begonnen Väderstads HV-Ringwalzen zu kopieren oder sie waren zumindest stark beeindruckt vom Erfolg im Bereich der Ringwalzen.

Als ein großes Unternehmen aus der Industrie die Markteinführung von einer Ringwalzen-Baureihe ankündigte, die Väderstads Interessen hätten bedrohen können, war es an der Zeit, tätig zu werden.

Väderstad bringt seine erste Drillmaschine auf den Markt.

DS-machine

Die Zeiten änderten sich. Mitte der 80er Jahre gab es Zeichen der Veränderungen, besonders aus England. Englische Landwirte zeigten, wie Landwirtschaft aussehen sollte. Zu dieser Zeit verkauften die Engländer die meisten Maschinen, kauften eine Schachtel Streichhölzer, (um ihr Stroh auf den Feldern zu verbrennen) und -eine Drillmaschine. Die Direktsaat war erfunden, ein Verfahren mit großen Kosteneinsparungen.

Bamlett war ein Importeur

Damals importierte Bamlett LTD erfolgreich Väderstad Ringwalzen nach England. Bamlett war auch einer der englischen Hersteller von Drillmaschinen. Zwei Maschinen wurden im Herbst 1984 zu Testzwecken gekauft. Eine der englischen Maschinen wurde an Torbjörn Rockler aus Klostersta in der Nähe von Vadstena ausgeborgt. Um die Mittagszeit an einem schönen Herbsttag begann er Winterraps-Saat auszusäen. Nachmittags bekam er Besuch von Crister Stark, der sehen wollte wie weit er gekommen war.

Als Crister kam, war Torbjörn Rockler dabei, mit seinem Pick-up vor- und rückwärts über das Feld zu fahren. Natürlich fragte Crister Stark, was er da tat. "Ich sammle das bisschen, was herausgefallen ist, ein“, erklärte Torbjörn Rockler. Es war auffallend, dass die Maschine nicht mit Steinen zurechtkam, an denen praktisch fast alle Säschare kaputt gingen. Was konnte dagegen getan werden? Väderstad hatte erste Schritte unternommen und die Landwirte waren voller Erwartung.

„Scheiben sind ein Muss“

Crister and Roger testing
Crister Stark und Roger Karlsson testen einen Prototyp der DS-Maschine

Eine hektische Zeit begann. Nach Gesprächen mit erfahrenen Landwirten war es klar, dass die Väderstad Saatmaschine Scheiben haben sollte. Gummistoßdämpfer schienen vernünftig, da die Maschine mit Steinen zurechtkommen musste. Die ganze Saatfläche musste gleichmäßig rückverdichtet werden.

Die Maschine sollte keine Räder außerhalb ihrer Arbeitsbreite haben. Die Konzepte Abschnitt für Abschnitt ergaben Sinn und ein erster Prototyp wurde gebaut. Ein Einfüllsystem für Saatgut wurde gekauft und los ging es zum ersten Aussaatversuch in Skåne

Jedoch brachen die Rundenkennzeichner noch während des Tankvorgangs an der Tankstelle in Väderstad ab. Das bedeutete die schnelle Rückkehr zur Fabrik, um dort die Reparatur durchzuführen, und einen weiteren Versuch zu starten.

Es wäre übertrieben zu sagen, dass der Erfolg auf der Hand lag. Nachdem ein paar Tage Raps ausgesät worden war, die Aussaat war in der Tat meist „verzogen“, fuhren die Gebrüder Stark und der Unternehmensmitarbeiter aus Südschweden nach Ostgotland zurück. Sie hatten viel Erfahrung gesammelt und eine schwere Zeit voller Arbeit lag vor ihnen. Die Drillmaschine, die sie getestet hatten, war in keinem Punkt zufriedenstellend.

DS-Drill in Serienproduktion

The first DS-machine
Dies ist die erste Väderstad Drillmaschine, die je in der Fabrik hergestellt wurde, hier zusammen mit Crister Stark, Roger Karlsson, Stig Caap und N. Hemmingberg.

Die DS-Drill wurde bald in Serie hergestellt. Obwohl Anfangs noch Verbesserungen nötig waren, wurde die Drillmaschine bei den Landwirten sehr beliebt, da sie eine neue Art von Flexibilität beim Anbau bot. Die DS wurde vor allem für die Direktaussaat konstruiert, fand aber bald auch in anderen Bereichen Verwendung.