Bodenarten und ihre Eigenschaften

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A. Sandboden

Sandböden sind in der Regel trocken, nährstoffarm und trocknen schnell ab. Ihre Fähigkeit, Wasser per Kapillartransport aus den unteren Schichten nach oben zu fördern, ist sehr gering bis nicht existent. Daher sollte jegliche Form der Frühjahrsbestellung auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben, damit das Saatbett Wasser speichern kann. Die Fähigkeit zur Nährstoff- und Wasserrückhaltung kann bei Sandboden durch die Einarbeitung organischer Masse verbessert werden.

B. Schluffboden, 0-10% Ton

Dieser Boden unterscheidet sich von Sandboden durch eine höhere Neigung zur Verkrustung, die oft sehr hart sein kann. Übermäßige Bodenbearbeitung kann zu Verdichtung und damit zu verringerter Wasseraufnahme während niederschlagsreicher Perioden führen.  In trockenen Perioden kann Schluffboden sehr hart und schwer zu bearbeiten sein. Im Allgemeinen ist dieser Boden jedoch leicht zu bearbeiten und kann beträchtliche Wassermengen aufnehmen. Hier ist gute Rückverfestigung wichtig. Nach Möglichkeit sollte unter nassen Bedingungen keine Bodenbearbeitung stattfinden.

C. Tonboden mit 10-25% Ton

Diese Böden unterscheiden sich von Schluff und Sand insofern, als hier eine zu sehr starke Verkrustung auftreten kann. Die Bodenkruste ist oft so hart, dass sie aufgebrochen werden muss. Aufgrund geringer Anteile von Ton und organischer Masse ist die Aggregatbildung oft mangelhaft.

D. Tonboden mit 25-40% Ton

Bei diesem Boden ist die Fähigkeit zum Kapillartransport gut jedoch eher langsam, so dass hier die Wasserversorgung der Pflanzen nicht über das Kapillarwasser erfolgt. Diese Böden sind dunkler und weisen eine deutlicheres Aggregatgefüge auf. Aggregatbildung verringert das Verschlämmungsrisiko. Hier ist der richtige Wassergehalt für eine leichte Bodenbearbeitung wichtig. In zu trockenen Bedingungen besteht das Risiko der Klutenbildung, in zu feuchten Bedingungen wird der Boden schmierig. Die Struktur dieser Böden lässt sich gut durch Verwitterung, Wurzelbildung etc. verbessern.

E. Tonböden mit mehr als 40 % Ton

Hier handelt es sich um schwere Böden mit großer Wasserrückhaltekraft. Jedoch ist das Wasser fest gebunden und steht den Pflanzen nicht zur Verfügung. Der Humusanteil ist oft höher als bei anderen Mineralböden. Bei Abtrocknung kommt es bei diesen Böden nicht zur Krustenbildung. Sie verfügen über eine gute Fähigkeit der Strukturverbesserung durch Frosteinwirkung/Tauprozesse bzw. Abtrocknen/Durchnässung. In kalten Wintern wird der Ton vom Frost aufgebrochen, was zu einer günstigen Aggregatbildung auf Krumentiefe führt. Trocknet Ton ohne vorheriges Gefrieren, kann er sehr kompakt und schwer zu bearbeiten werden. In sehr wassergesättigtem Zustand können diese Böden sehr klebrig und wasserundurchlässig sein. Aufgrund des hohen Tonanteils ist der Nährstoffgehalt sehr hoch. In trockenen Bedingungen muss in schweren Tonböden das Saatbett gut rückverfestigt werden. Das gilt nicht, wenn der Boden sehr nass und plastisch ist. Bei Feldbestellung unter nassen Bedingungen besteht die Gefahr der Bodenverdichtung.

Glossar:

Ton = Bei Ton handelt es sich um die physikalisch kleinste Gruppe von Bodenpartikeln. Bei der kleinsten Korngröße beträgt der Durchmesser durchschnittlich weniger als 0,002 mm.

Kapillarität = Kapillarwasser steigt sowohl aufgrund von Adhäsionskräft in den feinen Poren als auch aufgrund der Kohäsionskräfte zwischen den Wassermolekülen nach oben. Die Kapillarität ist in schluffigen Böden aufgrund eines hohen und schnellen Steigvermögens hoch.