Pfluglose Bodenbearbeitung

Pfluglose Bodenbearbeitung wird häufig auch als Mulchsaat bezeichnet.

Tiefe pfluglose Bodenbearbeitung

Tiefe Mulchsaat mit dem Grubber wird oft auf leichten Böden, die gelockert werden müssen, oder bei großen Mengen an Ernterückständen vor empfindlichen Kulturen wie Ölsaaten, Erbsen und Zuckerrüben sowie zur Beseitigung von Radspuren und Verdichtung angewendet.

TopDown in field
TopDown 400

 Ein mit unterschiedlichen Werkzeugen ausgestatteter Grubber wie der TopDown erstellt in einem bis zwei Arbeitsgängen das Saatbett. Alternativ lässt sich ein Grubber mit Starrzinken wie Cultus, oft auch in Kombination mit einer Kurzscheibenegge wie der Carrier, einsetzen.

Bei tiefer Mulchsaat ist die Oberfläche grobscholliger als bei flacher Feldvorbereitung. Entsprechend sind auf schweren Böden mehrere Durchgänge erforderlich.

Bei tieferer Bodenbearbeitung, d.h. bei einer Tiefe, die der herkömmlichen Pflugtiefe entspricht (10 -15 cm oder tiefer), sind Kosten und Kraftstoffverbrauch pro Hektar relativ hoch. Oft liegen sie gleichauf mit den Kosten für Pflugverfahren. Der wichtigste Pluspunkt der tiefen Mulchsaat gegenüber dem Pflug ist die höhere Flächenleistung pro Stunde. Ein weiterer Vorteil ist der Schutz vor Erosion und Verschlämmung aufgrund des Oberflächenbelags.  

Flache Mulchsaat

Carrier in field
Carrier 500 mit System Disc Aggressive Crossboard

Für die flache Mulchsaat wird heute in der Regel eine Scheibenegge wie die Carrier eingesetzt. Grubber mit Vibrationszinken wie der Swift und bestimmte Starrzinkengrubber kommen ebenfalls zum Einsatz, besonders bei größeren Arbeitstiefen als 6-8 cm. Müssen größere Strohmengen in wenig Erde eingearbeitet werden, ist eine gute Aufbereitung der Ernterückstände nötig.

Die flache Mulchsaat spart besonders auf schweren Böden Zeit und Kosten. 

Mulchsaat und ihre Wirkung

Dauerhaft ausgeführte flachgründige Mulchsaat führt ähnlich wie beim Pflug zu einem verdichteten Bearbeitungshorizont. Daher erfolgen in der Regel flache und tiefe Bearbeitung im Wechsel. Dann wird oft vor den empfindlich auf Bodenverdichtung reagierenden Kulturen wie Ölsaaten, Erbsen und Zuckerrüben tiefer gearbeitet. Leichte Böden weisen oft eine schwächere Struktur auf als Tonböden und müssen für konstante Erträge tiefer bearbeitet werden. 

Ferner muss bei Mulchsaat auf durch Stroh übertragene Krankheiten und eine weite Fruchtfolge geachtet werden.  

Ein weiteres Problem ist Ausfallgetreide. Während dies in guten Bedingungen mechanisch bekämpft werden kann, wird es in feuchten Bedingungen ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln schwierig. Auch hier ist der Fruchtwechsel von entscheidender Bedeutung.

Schnecken können bei Mulchsaat ein Problem sein, insbesondere wenn mit wenigen Überfahrten und einem grobscholligen Saatbett gearbeitet wird. Vor allem in empfindlichen Früchten wie Raps sollte dann mit Schneckenfallen gearbeitet werden.

Allgemein gilt, dass Mulchsaat besonders in trockenen Bedingungen das Verfahren der Wahl ist. In feuchten Bedingungen ist sowohl das Arbeitsergebnis als auch die Unkraut- und Ausfallbekämpfung schwierig.