Methoden zur Bestandesetablierung

Es gibt viele unterschiedliche  Bodenbearbeitungsverfahren, die sich mehr oder weniger gut voneinander abgrenzen lassen. Hauptsächlich wird dabei unterschieden, ob der Pflug zum Einsatz kommt oder nicht – also zwischen wendenden und nicht wendenden bzw. pfluglosen Verfahren. Ein drittes Verfahren wird allgemein als Direktsaat bezeichnet. Als einziges Bodenbearbeitungsgerät kommt hier die Drille zum Einsatz.

Wendende Bodenbearbeitung (Konventionelles System)

Eine gute Pflugfurche zeichnet sich unabhängig von der Pflugtiefe durch eine im Prinzip unbedeckte Oberfläche aufgrund des wendenden Verfahrens aus. Auch Scheibengrubber führen in gewissem Masse wendende Arbeit aus. Aber alle Werkzeuge dienen zur Durchmischung des bearbeiteten Bodens. Damit bietet der Pflug spezielle Vorteile: Er kommt auf den meisten Böden und unter den meisten klimatischen Bedingungen gut zurecht. Ideal sind feuchte Bedingungen und leichte Böden.

Wendende Verfahren führen bei einer weniger gut abgestimmten Fruchtfolge zu besseren Ergebnissen als pfluglose Verfahren. Gleichzeitig bringt ein guter Fruchtwechsel erhebliche Vorteile, selbst bei wendenden Verfahren.

Pflugloses Verfahren (Mulchsaat) 

Pfluglose Bearbeitung wird in der Regel nach der Bearbeitungstiefe in flachgründige oder tiefe Bearbeitung unterteilt. Im Allgemeinen ist die Flächenleistung bei pfluglosen Verfahren größer und kommt häufig auf Großbetrieben, wo Zeit ein großer Faktor ist, zum Einsatz.

Die pfluglose Bodenbearbeitung eignet sich für die meisten Böden und klimatischen Bedingungen. Besonders gut eignet sich dieses Verfahren für schwere Böden und trockenere Bedingungen.

Direktsaat

Wie der Name andeutet, erfolgt die einzige Form der Bodenbearbeitung in diesem Verfahren durch die Drillmaschine. Der Begriff "Direktsaat" wird häufig noch weiter differenziert nach der Art der Bodenbearbeitung durch die Drille. Drillmaschinen, die nur die Oberfläche bearbeiten, haben eigentlich mehr mit nicht wendenden Verfahren bzw. mit der Mulchsaat gemeinsam als mit Spezial-Drillen.

Bei reiner Direktsaat kommen häufig Spezial-Drillen zum Einsatz. Hier wird das Saatgut nur unter minimaler Bodenbearbeitung abgelegt. Die Direktsaat ist in trockenen Regionen das wirtschaftlichste Verfahren.

Kombinationen

In der Regel setzt ein Landwirt nicht ausschließlich auf ein einziges Verfahren sondern auf eine Kombination je nach Fläche und Fruchtfolge. So lässt sich die Feldbearbeitung an besondere Witterungs- und Bodenverhältnisse sowie an die Frucht anpassen. Der Nachteil solcher Flexibilität ist, dass entsprechend unterschiedliche Technik vorgehalten werden muss, womit die Fixkosten steigen. Doch dank der fortschreitenden technischen Entwicklung stehen heute Maschinen zur Verfügung, die für unterschiedliche Verfahren geeignet sind, so dass wendende und nicht wendende Verfahren besser kombiniert werden können.